11.11.2012

Souveräner Sieg sichert dem HSV die Tabellenspitze

 

Der HSV Bad Blankenburg bleibt in der Mitteldeutschen Oberliga auch weiterhin das Maß aller Dinge. Mit einem überragenden 35:23 demontierten am Samstag die Kurstädter förmlich den heimischen Namensvetter HSV Naumburg-Stößen im Euroville Naumburg und setzten damit Ihre Siegesserie auch im neunten der Saison Spiel fort.


Zufrieden standen am Ende der Partie Spieler und einige der zahlreich mitgereisten Fans im Foyer des Euroville Naumburg, als Robert Römermann mit Blick auf sein Handy die zweite gute Nachricht des Abends in die Menge rief: Der HSV Glauchau siegte mit 35:34 bei der HG Köthen und verschaffte somit den Kurstädtern einen vier Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze. Die Freude der Thüringer fand nun (fast) keine Grenzen mehr – die vorangegangene, überragende Leistung der Bad Blankenburger schien nahezu in den Hintergrund zu rücken.

Dabei offenbarten sich bereits in den Anfangsminuten die diesjährigen Luxusprobleme von HSV Trainer Frank Ihl; drei Leistungsträger fehlten in der Startformation. Nicht nur der verletzungsbedingte Ausfall Ivo Havels (Kapselriss) war zu kompensieren – Robert Römermann übernahm dafür auch die Offensivaufgaben – auch Paul Weyhrauch sollte nach seiner genähten Handverletzung zunächst auf der Bank Platz nehmen und Juraj Petko (Fieber) saß nur als absolute Notreserve auf der Bank. Frank Ihl lies also Michal Mrozek auf der Aufbauposition beginnen, Juraj Niznan und Radeck Miler besetzten die Halbpositionen, Marcel Werner und Erik Merkel die Flügel. Retrospektiv wird der HSV Trainer nach dem Spiel feststellen, dass er Michal Mrozek einfach noch mehr Einsatzzeiten auf dieser Position gewähren muss. Denn der überraschte mit brillanten No-Look-Pässen und verdeckten Anspielen seine Nebenmänner oftmals selbst; die von einem sehenswerten Kombinationsspiel geprägte Anfangsphase der Thüringer wurde folglich durch eigene technische Fehler nicht immer mit Zählbarem belohnt. Zudem bewies Thomas Drese im Tor der Naumburger, dessen Verpflichtung erst kurz vor dem Spiel bekannt gegeben wurde, dass die Hausherren mit ihm einen guten Griff gemacht hatten. Bad Blankenburg legte also in der Anfangsphase zwar immer wieder vor, den Hausherren gelang es bis zur elften Spielminute jedoch, wiederholt auszugleichen (4:4). Dann aber schaltete der HSV Express einen Gang höher: Die Abwehr ging nun beherzter zu Werke, Marcel Werner deckte variabel offensiv und im Innenblock rührten Juraj Niznan, Robert Römermann und Radeck Miler Beton an. Durch schnelles Umkehrspiel gelang es Robert Römermann, Erik Merkel und Juraj Niznan, einen Vorsprung von drei Treffern (4:7) zu erzielen. In der 13. Minute dann kam Paul Weyhrauch für Michal Mrozek in das Spiel und wechselte sich mit Juraj Niznan auf der Aufbauposition ab. Nun aber ging auch die Defensive der Naumburger aggressiver zu Werke und zwang den HSV wiederholt zu eigenen Fehlern. In dieser Phase zeigte der HSV Bad Blankenburg aber ein vorbildliches Rückzugsverhalten, so dass die Gastgeber die Früchte ihrer Deckungsarbeit nicht ernten konnten. Tobias Jahn im Tor der Kurstädter tat sein Übriges dazu. In der 19. Spielminute erhöhte Paul Weyhrauch erstmals am Abend den Vorsprung auf vier Tore (6:10); was Ines Seidler, Trainerin des HSV Naumburg-Stößen, sodann zum Anlass nahm, Ihre Männer zu sich zu holen und taktisch nachzujustieren. In Folge wurde auf Seite der Naumburger immer wieder Jan Schindler erfolgreich in Szene gesetzt, während sich auf Seiten den HSV Bad Blankenburg Radeck Miler und Marcel Werner ebenfalls in die Torschützenliste eintrugen. Der Vorsprung der Kurstädter blieb folglich bis zur Halbzeitpause mit fünf Treffern nahezu konstant (12:17).


Die zweiten 30 Minuten begannen die Thüringer wie die Feuerwehr, die Gastgeber wurden in der eigenen Halle förmlich überrannt. Bereits in der 35. Minute setzte Paul Weyhrauch den 20. Treffer des Abends, nur fünf Minuten später hatten die Bad Blankenburger durch einen wunderbaren steal Marcel Werners einen Zehn-Tore-Vorsprung herausgespielt (14:24). Als dann in der 44. Minute Tobias Jahn auch noch den ersten und einzigen 7-Meter der Gastgeber vereitelte, machte sich eine gewisse Resignation in den Reihen der Naumburger breit. Zudem gingen Ines Seidler sichtbar die Alternativen aus, das Umkehrspiel der Naumburger funktionierte zudem überhaupt nicht mehr. Florian Schulze, der inzwischen für den angeschlagenen Robert Römermann dessen Aufgaben übernahm, netzte 15 Minuten vor Ende der Partie zum 16:28 ein und stellte damit erstmalig den finalen 12-Tore Abstand her. Überdies bewies Felix Herholc seine Klasse zwischen den Pfosten und zog in dieser Phase drei Mal in Folge der Gastgeberoffensive den Zahn. Bereits zehn Minuten vor Spielende wechselte Frank Ihl nahezu auf allen Positionen durch. Kapitän Igor Ardan und Michal Mrozek übernahmen nun die Außen-, Sebastian Bock und Max Köthe rückten auf die Halbpositionen. Vor allen Dingen die beiden Nachwuchsspieler zeigten sich durch motivierten Einsatz dankbar für die Einsatzzeiten. Am Ende fanden die Hausherren keinerlei spielerische Mittel mehr, dem nun in allen Belangen überlegenen Kurstädtern Paroli zu bieten. Gemeinsam mit den gut 40 mitgereisten Fans feierte die Mannschaft nach 60 gespielten Minuten den auch in dieser Höhe verdienten 35:23 Auswärtssieg.


Für den HSV Bad Blankenburg spielten: Igor Ardan, Tobias Jahn, Felix Herholc, Erik Merkel (3), Radeck Miler (3), Sebastian Bock, Juraj Niznan (6), Paul Weyhrauch (11), Max Köthe, Robert Römermann (5), Florian Schulze (3), Juraj Petko, Michal Mrozek, Marcel Werner(4)